Home Nach oben Artenverzeichnis Familien Bestimmung Exkursionen Hilfe

Bupleurum - Auf Kreta und Gavdos vorkommende Arten

Seltener Endemit in den Schluchten oberhalb der Samaria- Schlucht
Stängel kräftig, verholzt, Stängelblätter stängelumfassend
> 1


Photo und copyright Nick Turland


Stängel dünn, kleiner, krautig
> 2


Photo und copyright Michael Hassler

 

1     Stängel kräftig, verholzt, Stängelblätter stängelumfassend


 Bupleurum kakiskalae Greuter
(Kakiskala- Hasenohr)


Photo und copyright Nick Turland

VII - VIII, Steile Felswände (1450 - 1750 m)
                  Linoseli- Quellen oberhalb der Samaria- Schlucht, Kreta

Synonyme:
Keine

English name:
Kakiskala Hare's Ear

Weltweite Verbreitung:
Crete

Die Pflanze wächst nur an 2 Standorten in den Lefka Ori:
- Kakiskala ist eine Felswand im oberen Bereich der Samaria- Schlucht (Kreta) in einer Höhe von 1450 - 1500 m (kakiskala= κακή σκάλα = schlechte Treppe)
- Melindaou Montain, Lefka Ori (ca. 1700 m); die Pflanze wurde dort erst 2007 entdeckt

Am Standort Kakiskale oberhalb der Samaria- Schlucht kann man sie in den Felswänden entdecken, wenn man vom Eingang der Samaria- Schlucht zum Berg Gingilos wandert. Allerdings sind die Pflanzen hoch in den Felswänden und dadurch nicht erreichbar. 

Die Pflanze wurde 1966 durch den schweizer Botaniker Werner Greuter entdeckt, 1967 beschrieben und gehört zu den 50 seltensten Arten im Mittelmeerraum! Speziell für diese Pflanze wurde ein Mikroreservat zum Schutz eingerichtet. Sie steht auf der Roten Liste der Bedrohten Arten!


Photo und copyright Jean Bienvenu

Bupleurum kakiskalae wird 3 bis zu 12 Jahre alt, produziert allerdings während der meisten Zeit nur Grundblätter. Erst im letzten Lebensjahr wird der bis zu 1 m hohe pyramidenförmige Stängel, Blüten und schließlich Früchte gebildet. Danach stirbt die Pflanze ab. Diese Lebensweise nennt man monokarpisch. Die Pflanze bildet zwar Samen, die jedoch auf den Boden unterhalb der Klippen fallen und dort meist von Ziegen gefressen werden. Die Pflanze wird jedoch nicht nur durch Ziegen, sondern auch durch Kletterer und Botaniker gefährdet, die sich den Pflanzen nähern!

 

 

 

Pflanze bis 1 m hoch


Photo und copyright Jean Bienvenu

Stängel pyramidenförmig verzweigt


Photo und copyright Jean Bienvenu

Dolden mit 5 - 10 Doldenstrahlen, mit lanzettlichen, bleibenden Hüllblättern


Photo und copyright Jean Bienvenu

Döldchen mit 10 - 15 gelben Blüten,
Hüllchenblätter länger als die Blütenstiele


Photo und copyright Nick Turland

Früchte eiförmig, geflügelt, kahl

 

Stängel verholzt, meist blaugrün bereift
Blätter stängelumfassend, unterseits blaugrün, parallelnervig, bis 25 cm lang und 2 cm breit


Photo und copyright Nick Turland

Die Pflanze bildet in den ersten 3 - 12 Lebensjahren nur schopfig- rosettig angeordnete Grundblätter


Photo und copyright Jean Bienvenu

 

 

2     Stängel dünn, kleiner, krautig

Hüllchenblätter schmal linealisch, nicht häutig
> 3


Photo und copyright Julia Kruse

Hüllchenblätter breit lanzettlich, häutig
> 6


Photo und copyright Michael Hassler

 

3     Hüllchenblätter schmal linealisch, nicht häutig

Obere Blätter eiförmig, am Grund stängelumfassend, untere linealisch
Frucht glatt, Doldenstrahlen +/- gleich lang
> 4


Photo und copyright Dieter Reich floraionica.univie.ac.at

Alle Blätter linealisch
Frucht warzig, Doldenstrahlen verschieden lang
> 5


Photo und copyright Julia Kruse

 

4     Frucht glatt, Doldenstrahlen +/- gleich lang


 Bupleurum trichopodum Boiss. & Spruner
(Haariges Zwerg- Hasenohr)


Photo und copyright Armin Jagel

IV - V, Phrygana, Felsen (0 - 1700 m)
             Methana- Halbinsel, Peloponnes (Armin Jagel 22.04.2015)

Synonyme:
Keine

English name:
Hairy Dwarf Hare's Ear

Nome italiano:
Bupleuro con stelo peloso

Weltweite Verbreitung:
Sardinia, Macedonia, Greece (Peloponnes, Zentral- und Nordgriechenland), Crete, Ionian Isl. (Zakynthos, Lefkada, Kalamos, Cephalonia), Aegean Isl, E-Aegaean Isl.
Turkey, Cyprus, Sardinia, Turkey, Lebanon, Syria, Libya


                

 

Pflanze 8 - 40 cm groß


Photo und copyright Armin Jagel

Stängel zart
Dolde 3 - 6- strahlig, wobei die Doldenstrahlen ca. gleich lang sind


Photo und copyright Armin Jagel

Hüllblätter 0 - 3, maximal halb so lang wie der  längste Doldenstrahl, 
5 - 25 mm lang, unterseits mit 3 - 5 Nerven


Photo und copyright Armin Jagel

Döldchen 2 - 8- blütig, Kronblätter gelb
Hüllchenblätter 5, linealisch, spitz, länger als das Döldchen


Photo und copyright Armin Jagel

Früchte eiförmig 2 mm lang, glatt, Kanten nicht oder schwach ausgeprägt


Photo und copyright Dieter Reich floraionica.univie.ac.at

Obere Blätter eiförmig, am Grund stängelumfassend, 


Photo und copyright Dieter Reich floraionica.univie.ac.at

untere Blätter linealisch, oft rötlich verfärbt


Photo und copyright Dieter Reich floraionica.univie.ac.at

 

 

5     Alle Blätter linealisch, Frucht warzig, Doldenstrahlen verschieden lang


 Bupleurum semicompositum L.
(Graues Hasenohr)


Photo und copyright Julia Kruse

IV - VIII, Trockenrasen, Ruderalstellen, Salzwiesen (0 - 800 m)
                 Peschici, Apulien, Italien (Julia Kruse 25.05.2013)
                 Sierra Calderona, Valencia

Synonyme:
Bupleurum pseudodontites Rouy & Camus

English name:
Grey Hare's Ear

Nom francais:
Buplèvre glauque

Nome italiano: 
Bupleuro alofilo

Weltweite Verbreitung:
Portugal, Spain, Baleares, France, Corsica, Sardinia, Sicily, Italy, former Yugoslavia, Greece, Crete, E-Aegaean Isl., 
Caucasus / Transcaucasus, C-Asia, Algeria, Turkey, Bahrain, Cyprus, Egypt, Iran, Iraq, Israel, Jordania, Kuwait, Saudi Arabia, Sinai peninsula, Syria, Canary Isl.

Eingebürgert in:
*Australia


                

 

Pflanze 5 - 15 cm groß
blaugrün, oft kompakte, kugelige Büschel bildend


Photo und copyright Julia Kruse

vom Grund an verzweigt


Photo und copyright Jose Quiles Hoyo

Dolde 3 - 6- strahlig, wobei die Doldenstrahlen unterschiedlich lang sind


Photo und copyright Julia Kruse

Hüllblätter 3 - 5, meist kürzer als der längste Doldenstrahl, unterseits mit 3 Nerven


Photo und copyright Julia Kruse

Döldchen 2 - 5- blütig, Kronblätter gelb oder rötlich
Hüllchenblätter 5, linealisch, spitz


Photo und copyright Jose Quiles Hoyo

 Hüllchenblätter länger als die Früchte


Photo und copyright Julia Kruse

Früchte eiförmig 2 mm lang, mit weißen Warzen, Kanten nicht oder schwach ausgeprägt


Photo und copyright Jose Quiles Hoyo

Stängel kräftig, kantig, Stängelblätter schmal linealisch, 1 - 6 cm lang, 0,1 - 0,5 cm breit , blaugrün, unterseits mit 3 deutlichen Adern, ohne Mittelkiel


Photo und copyright Julia Kruse

 

 

6     Hüllchenblätter breit lanzettlich, häutig

Endemit auf Gavdos
Eingerollter Zipfel der Kronblätter kurz (0,2 mm lang) und spitz (01,1 mm breit)
Döldchen mit 4 lanzettlichen, in der Mitte grünen, hautrandigen Hüllchenblättern,
mit kräftigem Mittelnerv und undeutlichen Seitennerven
> 7

 


Eingerollter Zipfel der Kronblätter länger und breiter
Döldchen mit 5, eiförmigen, weißlich- durchscheinenden Hüllchenblättern
mit 3 kräftigen Adern
> 8


Photo und copyright Michael Hassler

 

7     Döldchen mit 4 lanzettlichen, hautrandigen Hüllchenblättern, mit kräftigem Mittelnerv und undeutlichen Seitennerven


 Bupleurum gaudianum Snogerup
(Gavdos- Hasenohr)


Photo und copyright 

V, Phrygana (0 - 300 m)
     Gavdos

Synonyme:
Keine

English name:
Gavdos Hare's Ear

Weltweite Verbreitung:
Endemit in Gavdos

Gavdos ist eine kleine Insel, die ca. 35 km südlich der kretischen Südküste liegt.
Die Art wurde erst 1980 entdeckt.

Die Art wurde 1984 von S. Snogerup beschrieben: "A new annual Bupleurum from Kriti"

 

 

 

 

Pflanze 2 - 7 cm groß
von einem kurzen Stängel ausgehend sparrig, +/- dichotom verzweigt, 
zur Fruchtzeit oft violett überlaufen

Dolden meist mit 3 , die größten mit bis zu 5 ungleich langen Doldenstrahlen,
mit drei 2 - 3 mm langen lanzettlichen Hüllblättern

Döldchen mit 2 - 5 gelben Blüten 4 kleinen lanzettlichen Hüllchenblättern,
Hüllchenblätter in der Mitte grün, am Rand weißlich hautrandig, mit Stachelspitze, kräftigem Mittelnerv und undeutlichen Seitennerven

Eingerollter Zipfel der Kronblätter kurz (0,2 mm lang) und spitz (01,1 mm breit)

Früchte über 1 mm im Durchmesser, fast kugelig, glatt

Blätter ganzrandig, linealisch, lang gestielt,
alle mit einer deutlichen Mittelader unterseits, Seitenadern undeutlich

 

 

 

8     Döldchen mit 5, eiförmigen, weißlich- durchscheinenden Hüllchenblättern, mit 3 kräftigen Adern


Bupleurum gracile D'Urv.
(Zierliches Hasenohr)


Photo und copyright Michael Hassler

IV - V, Phrygana, Brachland, offene Wälder (0 - 1150 m)
             Lindos, Rhodos (Michael Hassler 18.04.2011)

Synonyme:
Bupleurum divaricatum Steph. ex Ledeb.; Bupleurum glumaceum Sm.

English name:
Slender Hare's Ear

Weltweite Verbreitung:
Greece (Peloponnes, Sterea Ellas), Aegaean Islands, E-Aegaean Isl., Crete, 
Turkey, Cyprus, Lebanon

 

 

Pflanze 20 - 30 cm groß,
sparrig verzweigt


Photo und copyright Michael Hassler

Dolden 3 - 6 Doldenstrahlen,


Photo und copyright Michael Hassler

Hüllblätter (= Brakteen) der reifen Döldchen höchstens halb so lang wie der längste Doldenstrahl


Photo und copyright Michael Hassler

Hüllchenblättchen (Brakteolen) 5, eiförmig, ganzrandig, weißlich- durchscheinend, mit 3 kräftigen Adern, ohne Netznerven, das Döldchen einhüllend


Photo und copyright Michael Hassler

Kronblätter gelb, umgebogen, nicht gezähnt
Eingerollter Zipfel der Kronblätter zweispaltig 0,4 - 0,6 mm lang


Photo und copyright Michael Hassler

Früchte 1,3 -1,8 mm lang, glatt

Blätter linealisch, grasähnlich, mit 3 - 5 parallelen Adern


Photo und copyright Michael Hassler