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Gattung: Knorpellattich (Chondrilla)

Zur Gattung gehören ca. 25 Arten.
Im Schlüssel sind 4 Arten enthalten.

Bergpflanzen
Rosettenblätter zur Blütezeit vorhanden
Alle Blüten endständig, deutlich gestielt
> 1

Meist Ruderalpflanzen
Rosettenblätter zur Blütezeit vertrocknet
Zumindest einige Blüten achselständig, +/- sitzend
> 4

 

    Alle Blüten endständig, deutlich gestielt

Verbreitung: Alpen (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Slowenien)
Grundblätter blaugrün, ungeteilt oder mit einigen großen Zähnen
> 2

Verbreitung: Rhodopen (Bulgarien, Mazedonien, N- Griechenland)
Grundblätter grün, fiederteilig, mit zahlreichen spitzen Zähnen
> 3


Photo und copyright Eckhart Willing

 

2     Verbreitung: Alpen, Grundblätter blaugrün, ungeteilt oder mit einigen großen Zähnen


 Chondrilla chondrilloides
Ard.) H. Karst.
(
Alpen- Knorpellattich)

VII - VIII, Moore, Bachufer (0 - 1700 m)
                    Botanischer Garten München
                   Botanischer Garten Regensburg

                   Friedergries bei Garmisch (Ammergebirge)

Synonyme:
Chondrilla prenanthoides (Scop.) Vill., Prenanthes chondrilloides Ard,
Willemetia prenanthoides (Scop.) Gren. & Godr., Lactuca prenanthoides Scop.

English name:
Alpine Skeletonweed, Alpine Chondrilla

Nom francais:
Chondrille des torrents, Chondrille fausse chondrille

Nome italiano: 
Lattugaccio dei torrenti

Verbreitung in Deutschland:
Alpen und Voralpenland sehr zerstreut bis selten. Durch Aufstau und Regulierung der Alpenflüsse Lech und Isar fast vollständig vernichtet, an der Iller bereits erloschen. Nach Müller (1995) auch am mittleren Lech erloschen.

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: 2 (stark gefährdet), 
Baden-Württemberg: 0 (ausgestorben), 
Bayern: 1 (vom Aussterben bedroht)

Weltweite Verbreitung:
Germany, Austria, Switzerland,
Liechtenstein, Italy (Südtirol, Venetien, Friaul), Slovenia

 

 

 

 

Pflanze 10 - 30 cm groß
nur im oberen Teil kurz gabelästig, 


Photo und copyright Dr. Andreas Zehm

Alle Köpfchen deutlich gestielt

Köpfchen mit 7 - 15 Blüten

Hülle aus 5 - 9 kahlen Hüllblättern

Frucht geschnäbelt, mit Pappus, Krönchen und Höckern

Stängelblätter meist nur an den Verzweigungen, lanzettlich, ganzrandig
viel kleiner als die Grundblätter

Grundblätter blaugrün, zur Blütezeit vorhanden

Grundblätter lanzettlich, ungeteilt oder entfernt gezähnt


Photo und copyright Dr. Andreas Zehm

 

 

3     Verbreitung: Rhodopen, Grundblätter grün, fiederteilig


 Chondrilla urumoffii Degen
(Urumovs Knorpellattich)


Photo und copyright Eckhart Willing

VI - VIII, Felsige, subalpine Wiesen (1100 - 1800 m)
                Falakro- Mountains, Nordgriechenland (Eckhart Willing 03.07.2017)

Synonyme:
Chondrilla lenae K. Papanicolaou, Chondrilla mattfeldii Stoj & Stefanov

English name:
Urumov's Skeletonweed

Weltweite Verbreitung:
N- Macedonia, Greece (N- East), 
Bulgaria

Benannt nach dem bulgarischen Botaniker Iwan Urumov = Urumoff (1857–1937)

 

 

 

 

Pflanze 10 - 35 cm groß
Stängel im oberen Teil sparrig verzweigt


Photo und copyright Eckhart Willing

Blütenstand endständig, Köpfe 10 - 12- blütig, Blüten gelb
Stängelblätter sehr klein (max. 1 cm lang), linealisch, hochblattähnlich


Photo und copyright Eckhart Willing

Hülle 8 - 11 mm lang, zylindrisch, 2- reihig, wobeid die äußeren Hüllblätter viel kleiner als die inneren sind, innere Hüllblätter filzig an der Spitze oft mit einigen schwarzen Haaren


Photo und copyright Eckhart Willing

Früchte ca. 3 mm lang, mit 14 - 16 Rippen und einem 5- schuppigen Krönchen
Schnabel ca. so lang wie die Frucht, Pappushaare weiß


Photo und copyright Eckhart Willing

Rosettenblätter 3 - 10cm lang, 0,5 - 2 cm breit, buchtig fiederteilig, 


Photo und copyright Eckhart Willing

Buchten rund, am Rand mit spitzeZähnchen


Photo und copyright Eckhart Willing

 

 

4       Zumindest einige Blüten achselständig, +/- sitzend

Äste fast waagrecht abspreizend, weißfilzig, kantig gefurcht, +/- stachlig
5


Photo und copyright Gisela Nikolopoulou

Äste +/- aufrecht, +/- kahl, rundlich
6

 

5     Äste fast waagrecht abspreizend, weißfilzig, kantig gefurcht


 Chondrilla ramosissima Sibth. & Sm.
(Vielästiger Knorpellattich)


Photo und copyright Gisela Nikolopoulou

VII - IX, Ruderalstellen, Brach- und Kulturland (0 - 50 m)
                Korinth, Griechenland (Gisela Nikolopoulou 

Synonyme:
Prenanthes attica Spreng.

English name:
Many- branched Skeletonweed

Weltweite Verbreitung:
Greece (Peloponnes, Sterea Ellas, E- Central), W- Aegean Isl.

 

 

 

 

Pflanze 30 - 100 cm groß
Zweige fast waagrecht abstehend, sparrig


Photo und copyright Gisela Nikolopoulou

Köpfchen mit 9 - 12 gelben, seltener auch cremfarbenen Zungenblüten


Photo und copyright Gisela Nikolopoulou

Früchte mit Rippen und Krönchen, lang geschnäbelt, Pappushaare weiß


Photo und copyright Gisela Nikolopoulou

Zumindest einige Blüten achselständig, +/- sitzend
Innere Hüllblätter lang, spitz, äußere Hüllblätter viel kürzer als die inneren


Photo und copyright Gisela Nikolopoulou

Äste fast waagrecht abspreizend, weißfilzig, kantig gefurcht, +/- stachlig


Photo und copyright Gisela Nikolopoulou

Obere Stängelblätter linealisch oder fehlend


Photo und copyright Gisela Nikolopoulou

Rosettenblätter 4 - 12 cm lang, 2 - 4 cm breit, buchtig fiederteilig, 
zur Blütezeit vertrocknet

 

 

 

6     Äste +/- aufrecht, +/- kahl, rundlich


 Chondrilla juncea L.
(
Großer Knorpellattich)

VII - XI, Sandtrockenrasen, sandige Ruderalstellen
                Michaelsberg bei Bruchsal, Deutschland
                Nea Potidea, Hotel Portes Beach, Chalkidiki (23.08.2017)
                Possidi, Poseidontempel, Halbinsel Kassandra, Chalkidiki (19.08.2017)

Synonyme:
Binsen- Knorpelsalat
Chondrilla crepoides L. , 

English name:
Rush Skeletonweed,
Hogbite

Nom francais:
Chondrille à tige de jonc

Nome italiano:
Lattugaccio comune

Verbreitung in Deutschland:
Verbreitet Sachsen-Anhalt, Brandenburg, N-Sachsen; zerstreut Mecklenburg-Vorpommern, Pfalz, nördliche Oberrheinebene, selten Franken, südliche Oberrheinebene, Kölner Bucht, Mosel

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: 3 (gefährdet), Bayern: 2 (stark gefährdet), Berlin: nicht gefährdet, Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: 0 (ausgestorben), Hessen: 3 (gefährdet), Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: 2 (stark gefährdet), Nordrhein-Westfalen: 2 (stark gefährdet), Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: 2 (stark gefährdet), Sachsen: 3 (gefährdet), Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: 1 (vom Aussterben bedroht), Thüringen: 2 (stark gefährdet) 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Portugal, Spain, Baleares (Ibiza & Formentera, Mallorca, Menorca), Gibraltar, Andorra, France, Corsica, Sardinia, Sicily, Italy, Slovenia, Croatia, Bosnia-Hercegovina, Serbia & Kosovo, Montenegro, Macedonia, Albania, Greece (Peloponnes, Sterea Ellas, S- Pindos, N- Pindos, E- Central, N- Central, N- East), Ionian Isl., W- Aegean Isl., N- Aegean Isl., E- Aegean Isl., Kiklades, Crete, 
Sweden, Netherlands, Belgium, Luxembourg, Poland, Czech Republic, Slovakia, Hungary,  Romania, Bulgaria, European Turkey, Morocco, Algeria, Tunisia, Libya, Latvia, Kaliningrad region, Belarus, Moldova, Ukraine, Crimea, European Russia, N-Caucasus, Transcaucasus, C-Asia, Turkestan, Turkey, Cyprus, European Turkey, Iran, Iraq, Israel, Lebanon, Saudi Arabia, Saudi Arabia, Syria, Afghanistan, 

Eingebürgert in:
*Australia, *Canada, *USA

In Australien und den USA als invasiv eingestuft!

 

 

 

 

Pflanze 30 - 100 cm groß


Photo und copyright Michael Hassler

sparrig verzweigt, 

mit vielen Ästen

Äste fast ohne Blätter

Blüten gelb, Köpfe 7 - 15- blütig

Hüllblätter sehr lang, Zähne spitz

Früchte mit federigem Pappus

Pappus lang gestielt, Frucht mit Krönchen und Höckern

   

Stängel und Äste im oberen Teil kahl, 
im unteren Teil mit starren oder kurzen, angedrückten Haare

Obere Stängelblätter schmal linealisch 

Untere Stängelblätter lanzettlich, fast ganzrandig

oder untere Stängelblätter gebuchtet
Stängel im unteren Teil behaart


Photo und copyright Julia Kruse

Grundblätter 4 - 12 cm lang, 2 - 4 cm breit, buchtig fiederteilig, zur Blütezeit vertrocknet


Photo und copyright Alexander Mrkvicka

Bei Verletzung gibt die Pflanze Milchsaft ab