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Gattung: Wulfenia (Kuhtritt)

Die Gattung gehörte bis 1998 zur Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae).

Zur Gattung gehören 4 Arten.
Im Schlüssel sind 2 Arten. 
Die beiden anderen Arten (Wulfenia glanduligera (Hub.-Mor.) Surina und Wulfenia orientalis Boiss.) kommen in der Türkei und Syrien vor.

Pflanze 10 - 20 cm hoch
Blüten hellblau, Blüten, Kelch und Kapsel drüsig behaart
Blätter behaart
> 1


Photo und copyright Tamas Exner

Pflanze 20 - 40 cm hoch
Blüten blauviolett, Blüten, Kelch und Kapsel kahl
Blätter bis auf die Mittelrippen und die Blattstiele kahl
> 2

 

1      Verbreitung: Albanien, Pflanze 10 - 20 cm hoch, Blüten hellblau, Blätter behaart


Wulfenia baldaccii Degen
(Albanischer Kuhtritt)


Photo und copyright Tamas Exner

VII - VIII, Hochstaudenfluren ( m)
                   Brucaj, Prokletije- Berge, Albanien, ca. 1000 m ü.M. (Tamas Exner Juni 2023)
                   Kaprre e Gimajve, Prokletije- Berge, Albanien, ca. 700 m ü.M. (klaproos 18.05.2025)

Synonyme:
Albanischer Kühtritt

English name:
Albanian Cow's Footstep

Weltweite Verbreitung:
Montenegro, Albania
(Prokletije- Berge)

Etymologie::
- Wulfenia: Benannt nach dem deutsch- ungarischen Jesuiten und Botaniker Franz Xaver Freiherr von Wulfen (1728 - 1805)
- Kuhtritt: aus Sicht des Almbauern ist die Pflanze ein Ärgernis, da sie den Kühen das Gras wegnimmt und deswegen von Kühen zertreten werden sollte
- baldaccii: Benannt nach dem italienischer Botaniker Antonio Baldacci (1867 - 1950).

In Botanischer Gärten und im Gartenhandel wird die Hybride Wulfeniia x suendermannii hort. (Wulfenia carinthiaca x Wulfenia baldaccii) fälscherweise oft als Wulfenia baldacchii bezeichnet. 

Photo und copyright klaproos

 

Pflanze 10 - 20 cm groß

 

Blüten in vielblütigen, +/- lockeren, einseitswendigen Trauben
Stängel behaart, mit wechselständigen Hochblättern

 

Blüten hellblau, 12 - 15 mm lang, im Schlund behaart, außen drüsig behaart, undeutlich dorsiventral, im unteren Teil röhrig verwachsen, undeutlich 2- lippig, mit 5 kurzen Kronzipfeln, 2 Staubblätter, Staubblätter kürzer als die Krone, fast in ganzer Länge mit der Kronröhre verwachsen, Staubfäden sehr kurz,  Fruchtknoten mit 4 Fruchtfächern, 1 Griffel, Narbe kopfig, ausgerandet, Griffel länger als die Krone


Photo und copyright Tamas Exner

Kelchblätter behaart, pfriemlich, nicht verwachsen


Photo und copyright Tamas Exner

Kapseln vielsamig, mit 4 Klappen öffnend, behaart, etwas kürzer als die pfriemlichen Kelchblätter

 

Alle Blätter grundständig, kleiner 15 cm, glänzend, oberseits +/- kahl, ledrig,
gekerbt, überwinternd


Photo und copyright Tamas Exner

Rhizom horizontal wachsend, dadurch oft größere Bestände bildend

 

 

 

2      Pflanze 20 - 40 cm hoch, Blätter bis auf die Mittelrippen und die Blattstiele kahl


Wulfenia carinthiaca Jacq.
(
Kärntner Kuhtritt)

VII - VIII, Hochstaudenfluren (1000 - 2000 m)
                   Botanischer Garten Le Chitelet, Frankreich, cult. (22.08.2014)
                   Nassfeld, Gartnerkofel, Österreich

Synonyme:
Kärntner Kühtritt
Wulfenia blechicii Lakusic, Wulfenia carinthiaca subsp. rohlenae Niederle

English name:
Carinthian Cow's Footstep

Nome italiano: 
Wulfenia di Carinzia

Weltweite Verbreitung:
Austria (Kärnten),
Italy (Friaul), Montenegro, Albania

2n = 18

Etymologie::
- Wulfenia: Benannt nach dem deutsch- ungarischen Jesuiten und Botaniker Franz Xaver Freiherr von Wulfen (1728 - 1805)
- Kuhtritt: aus Sicht des Almbauern ist die Pflanze ein Ärgernis, da sie den Kühen das Gras wegnimmt und deswegen von Kühen zertreten werden sollte
- carnthiaca: aus Kärnten

In Österreich und Italien kommt die Art nur auf dem Gartnerkofel vor, auf dem sie auch 1179 von Wulfen entdeckt wurde.
Auf österreichischer Seite: Garnitzenalm, Kühwegeralm, Watschigeralm, 
Auf italienischer Seite: Auernigalm, Zirkelalm

Die auf dem Balkan vorkommende Sippe wurde mit Wulfenia blechicii Lakusic bezeichnet. Da sie jedoch weder morphologisch noch genetisch von den Kärntner Vorkommen differenzierbar sind, werden sie inzwischen als Synonyme gesehen.

 

Pflanze 30 - 40 cm groß

Blüten blau, in dichten, vielblütigen, einseitswendigen Trauben
Stängel behaart, mit wechselständigen Hochblättern

Blüten 12 - 15 mm lang, außen kahl, undeutlich dorsiventral, im unteren Teil röhrig verwachsen, undeutlich 2- lippig, mit 5 kurzen Kronzipfeln, 2 in die Krone eingeschlossene Staubblätter, Staubfäden sehr kurz,  Fruchtknoten mit 4 Fruchtfächern, 1 Griffel, Narbe kopfig, ausgerandet

Blüten im Schlund behaart, Griffel länger als die Krone, Staubblätter kürzer als die Krone, fast in ganzer Länge mit der Kronröhre verwachsen, Kelchblätter kahl, pfriemlich, nicht verwachsen

Kapseln kahl, vielsamig, mit 4 Klappen öffnend, 
etwas kürzer als die pfriemlichen Kelchblätter

Alle Blätter grundständig, 15 -20 cm lang, glänzend, oberseits +/- kahl, ledrig,
gekerbt, kurz gestielt, überwinternd

Blattstiele und Blätter unterseits auf der Mittelrippe schwach behaart

Rhizom horizontal wachsend, dadurch oft größere Bestände bildend